Grußwort des Niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil für das gemeinnützige Netzwerk für die Versorgung schwerkranker Kinder und Jugendlicher (e.V.) zur Verbesserung der Versorgung schwerkranker Kinder, Jugendlicher und ihrer Familien in Niedersachsen.

Wenn das eigene Kind schwer erkrankt, stürzen Eltern und Familien in alles andere überlagernde Ängste und Sorgen. Hinzu kommen die Notwendigkeit, eine gute medizinische Versorgung und Pflege möglichst zu Hause bzw. nah am Wohnort zu organisieren, und der Wunsch, dem erkrankten Kind und seinen Geschwistern zumindest ein Minimum an ganz normalem Familienleben und Kontakt zu gleichaltrigen Freunden zu bieten. Ich selbst kann mir nur ungefähr vorstellen, welche täglichen Herausforderungen Familien mit einem schwerkranken Kind zu bewältigen haben. Die tatsächliche Belastung ist sicherlich noch um einiges höher. Umso wichtiger ist es mir ganz persönlich, dass die betroffenen Familien mit Hilfen und Begleitangeboten unterstützt werden.

Allein in Niedersachsen gibt es mehr als 7.000 schwer erkrankte Kinder. Sie und ihre Eltern, aber auch die Geschwisterkinder, brauchen in schwierigen und äußerst belastenden Situationen die Gewissheit, dass Menschen da sind, die ihnen zur Seite stehen, bei der Bewältigung des Alltags helfen, die sich um sie kümmern, ihre Ängste verstehen, zuhören, trösten und bestärken. Solche Hilfestellungen können wenigstens ein bisschen Rückhalt und Sicherheit geben.

Seit 2007 ist der gemeinnützige Verein „Netzwerk für die Versorgung schwerkranker Kinder und Jugendlicher e.V.“ in Niedersachsen eine solche unverzichtbare Hilfe. Es gelingt dem Verein in bewundernswerter Weise immer wieder, stationäre Aufenthalte auf ein Mindestmaß zu reduzieren und eine optimale medizinische, pflegerische und psychosoziale Versorgung ambulant und möglichst innerhalb der Familie zu ermöglichen. Dafür danke ich allen im Netzwerk Aktiven von Herzen.

Auch gesunde Geschwisterkinder leiden an den durch die Erkrankung der Schwester oder des Bruders entstehenden familiären Belastungen. Hierfür wurde das Geschwisterkinder-Netzwerk ins Leben gerufen. Die Landesregierung fördert dieses Netzwerk und misst dessen Arbeit große Bedeutung bei.

Ich kann allen an den Netzwerken Beteiligten nur meinen allergrößten Respekt und herzlichsten Dank aussprechen für die wichtige Arbeit, die Sie für die betroffenen Kinder und Ihre Familien leisten. Ich wünsche Ihnen viel Kraft, Stärke und Ideenreichtum, um weiterhin bedarfsgerechte und entwicklungsspezifische Betreuungsangebote anbieten und vermitteln zu können.

Hannover, im Juli 2013

Stephan Weil
Niedersächsischer Ministerpräsident